Return, Menue Report - Coppa Intereuropa - Ferri Shell Historical Challenge

In die erste Runde

Lauf 1 und 2 zur Challenge Storico Ferrari Shell

Monza 17. und 18. Mai 1997

Nachdem der Saisonauftakt zur exklusiven Mini-Rennserie für historische Rennsportwagen aus dem Hause Ferrari in den letzten beiden Jahren jeweils in Spa Francorchamps von statten gegangen war, hatte Organisator Jean Sage seine Schützlinge 1997 im Rahmen der Coppa Intereuropa in Monza untergebracht.

330LM s/n 4381SA

Mit dem Gastspiel während der 48. Auflage dieser Traditionsveranstaltung am 17. und 18. Mai wagte sich die historische Challenge auf ein völlig neues Terrain: Zum ersten Mal startete der etwas andere Markenpokal nicht in einer reinen Ferrari-Veranstaltung.

Die Coppa Intereuropa ist in den letzten Jahren so etwas wie der italienische Oldtimer Grand Prix - in ihrem Rahmen finden Rennen für historischen Tourenwagen, GTs und Grand Prix-Wagen statt.

Neben einem Lauf zur FIA Europameisterschaft für Formel 1-Wagen bis Baujahr 1986, waren die Ferraris der Höhepunkt des Rennwochenendes, und dementsprechend waren sie auch im Mittelpunkt der Promotion gestanden.

340MM s/n 0280AMPre Start Monza.

Trotzdem fanden sich nur verhältnismäßig wenig Zuschauer rund um den Hochgeschwindigkeitskurs ein, was vielleicht auch an den Temperaturen jenseits der 30° Celsius gelegen haben mag. Die gewohnte, vom enthusiastischen Publikum geprägte Atmosphäre italienischer Rennveranstaltungen wollte sich somit nicht so recht einstellen. Dabei hätten die meisten Fahrer gerade auf dem Monza-Kurs mit seinen langen Geraden etwas Zeit gehabt, einmal nach rechts und links zu schauen. Die meisten der alten Rennsportwagen waren nämlich nicht auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt, und wurden die meiste Zeit mit der Drehzahlmessernadel nahe dem roten Strich gefahren. Oder auch nicht, denn einem der Teilnehmer war während des Trainings der Drehzahlmesser seines auf 3-Liter aufgeborten 500 Mondial (S/N 0528MD) kaputt gegangen, was ihn aber nicht davon abhielt, trotzdem an den Start zu gehen, den Motor zu überdrehen und das Rennen mit einer öligen Rauchwolke und einem scheinbar irreparabel zerstörten Vierzylinder zu beschließen.

Mehr Glück dagegen hatte Emanuele Pirro: Der Römer, seines Zeichens amtierender Supertourenwagen-Champion in Deutschland, hatte für dieses Wochenende seinen Audi A4 erneut gegen den Ferrari 512M aus einer deutschen Sammlung ausgetauscht. Mit dem 610 PS starken Wagen (S/N 1028), der 1971 in Le Mans den vierten Platz belegt hatte, war für den Renn-Profi der Sieg in beiden Läufen sowohl leichtes Spiel, wie auch Verpflichtung.

512M s/n 1028

Von den beiden anderen angetretenen 512M (insgesamt drei!) konnte ihm weder Patrick Stieger, noch Marc Caveng Paroli bieten. Während Stieger mit 1018, dem einzigen neu nach Deutschland verkauften 512S (und späterem 512M) in den Farben des Kölner Gelo-Racing-Teams zweimal Zweiter wurde, versuchte Caveng sich erst langsam mit seinem frisch wiedererstandenen 5-Liter-Sportwagen anzufreunden.

512M s/n 1018512M s/n 1050

Leider endete seine Fahrt am Sonntag in den Leitplanken, denn er hatte einfach die Kontrolle über den Wagen verloren. Glücklicherweise hielten sich die Beschädigungen am letztgebauten 512 (S/N 1050) in Grenzen, vom unverletzten Fahrer gar nicht zu reden.

330P2 s/n 0836250LM s/n 8165

Auf dem dritten Platz des Siegerpodests stand in beiden Läufen David Piper, der je einmal mit seinen P2 (S/N 0836) und 275LM (S/N 8165) unterwegs gewesen war. Mit dem LM sorgte der Engländer am Sonntag für die größten Spannungsmomente, denn er mußte von ganz hinten starten und sich durch das Feld arbeiten: In der Challenge Storico wird in Folge der Trainingszeiten der Autos gestartet, und da Piper im Qualifying den P2 bewegt hatte, mußte er den LM am Sonntag ganz hinten parken und eilte daraufhin durch das Feld, daß er selbst nur als Demonstration-Run bezeichnet.

512M s/n  1018 & s/n 1028166MM s/n 0040M

In der Tat mag es den Fahrern der moderneren Prototypen und GTs wie eine Spazierfahrt erscheinen, wenn sie einen der langsamen Rennsportwagen aus den frühen fünfziger Jahren überholen oder überrunden. Im Lauf am Sonntag hatten die beiden führenden 512M mit Pirro und Stieger den Rest des Feldes überrundet, die letzte und erneute Ladies Cup-Gewinnerin Sally Mason-Styrron in ihrer und ihres Gatten 166MM Barchetta (S/N 0040M) sogar dreimal.

375MM.0370AM.Monza.01

Wegen der ausgeglichenen Wertung, die die älteren Autos bevorzugt, auch wenn sie nur in ihrer Klasse gut abgeschnitten haben, war es ein Auto mitsamt Fahrer aus Ferraris Frühzeit, daß nach dem Monza-Wochenende die Führung in der Meisterschaftswertung übernahm: Der Deutsche Christian Gläsel, hatte den ex-Maston Gregory 375MM (S/N 0370MM) zwar nur auf den elften und zehnten Platz gebracht, was aber gleichbedeutend mit dem Klassensieg in der ältesten, vollbesetzten Klasse war und somit die Maximalpunktzahl von 18 Zählern bedeutete.

250GT SWB s/n ????

Mit der gleichen Punktzahl, aber dem jüngeren Auto Zweiter war Egon Hofer aus Österreich mit seiner 250GT Berlinetta mit kurzem Radstand (S/N 1791GT), die bei der Targa Florio 1960 als bester GT abgeschnitten hatte.

Danach folgte Fritz Grashei mit einem der ehemaligen Scuderia Ferrari-Werkswagen im Feld, dem 860 Monza (S/N 0602M), der auf Erfolge unter Fangio, Musso und Castellotti zurückblicken kann.

Aber wem der Teilnehmer geht es schon wirklich um Punkte und Plazierungen? Das wichtigste an der Challenge Storico Ferrari Shell ist schließlich, daß die Autos von einst überhaupt auf der Rennstrecke gefahren werden, denn den Mut, ihre kostbaren Autos im Feld eines für alle Marken offenen Rennens zu fahren, haben nur wenige.

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